AUF EINEN BLICK
StandNovember 2026
Starlingalle Gesellschafter mit maßgeblichem Einfluss und alle Directors müssen in UK wohnen
TideAntrag von außerhalb nur mit britischer Wohnadresse und britischer Telefonnummer
Kosten HausbankBarclays nach 12 freien Monaten 8,50 Pfund im Monat; HSBC 12 Monate frei
SchutzBankkonto: FSCS 120.000 Pfund je Gesellschaft; E-Geld: Safeguarding, kein FSCS

Braucht deine Limited ein britisches Konto?

Praktisch brauchst du es: Britische Kunden zahlen lieber auf ein Konto mit Sort Code, HMRC und Lieferanten ebenso, und die Buchhaltung wird einfacher, wenn Firmengeld und Privatgeld sauber getrennt sind. Ein Konto auf deinen Namen in Deutschland ist für eine britische Gesellschaft keine gute Idee.

Die Frage ist also nicht ob, sondern wo. Und die hängt fast nur an einem Punkt: Wo wohnen die Directors und die Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Gesellschaft, die im Register als PSC eingetragen sind?

Was die Anbieter verlangen

Starling prüft jeden Antrag einzeln, nennt aber klare Grundvoraussetzungen: Alle PSCs der Limited müssen natürliche Personen mit Wohnsitz in UK sein, also auch keine Gesellschaft als Anteilseigner, und alle Directors mit Kontozugang müssen ebenfalls in UK wohnen. Für eine Limited mit deutscher Holding oder Directors in Wien ist Starling damit keine Option.

Tide nimmt Anträge von außerhalb von UK an, wenn du eine britische Wohnadresse, eine britische Telefonnummer hast und Director einer bei Companies House eingetragenen Gesellschaft bist. Achte bei Tide auf die Kontoart: Bankkonten laufen über die ClearBank und sind bis 120.000 Pfund über den FSCS geschützt, manche Kunden haben aber E-Geld-Konten bei der PrePay Technologies, deren Geld nur über Safeguarding getrennt verwahrt wird.

Die großen Hausbanken Barclays und HSBC werben mit kostenlosen ersten zwölf Monaten; danach kostet das Barclays-Geschäftskonto 8,50 Pfund im Monat. Eine klare Regel für Directors im Ausland veröffentlichen beide auf ihren Produktseiten nicht. HSBC beschreibt den Markt für Privatkonten so, dass viele Banken einen Wohnsitz in UK verlangen; bei Geschäftskonten mit ausländischen Directors rechnen wir mit Einzelfallprüfung und Rückfragen.

E-Geld-Konten: schnell, aber anders geschützt

Für Gesellschaften mit Directors auf dem Kontinent sind E-Geld-Institute oft der schnellste Weg zu britischen Kontodaten. Wise etwa schreibt, es habe die Erlaubnis, Kundengeld zu halten, und verwahre es getrennt. Der Unterschied zur Bank ist aber entscheidend: Die FCA stellt klar, dass Gelder bei Zahlungs- und E-Geld-Instituten nicht direkt vom FSCS geschützt sind; fällt ein solches Institut aus, kann es zu Verlusten oder Verzögerungen kommen.

Seit dem 7. Mai 2026 gelten strengere Safeguarding-Regeln mit täglichen Abgleichen. Trotzdem: Für das Tagesgeschäft ist ein E-Geld-Konto oft ideal, für Rücklagen, Steuerreserven und größere Guthaben ist ein Bankkonto mit FSCS-Schutz besser, und dort hat deine Gesellschaft eine eigene Grenze von 120.000 Pfund. Mehr dazu unter E-Geld oder Bank.

Und ein Konto auf Jersey oder der Isle of Man?

Für eine britische Limited, die von Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus geführt wird, sind die Inselbanken meist keine Lösung. NatWest International etwa eröffnet Geschäftskonten nur, wenn alle Eigentümer und Directors auf den Kanalinseln, der Isle of Man oder in Gibraltar wohnen. Warum das so ist, steht unter Firmenkonto auf den Inseln. Einen allgemeinen Überblick über Firmenkonten im Ausland bietet Freedom Banking.

So bekommt deine Limited ihr Konto

Vier Schritte, damit Gründung und Konto zusammenpassen.

  1. 1

    Struktur festlegen

    Wer wird Director, wer PSC, hält eine Holding die Anteile? Davon hängt ab, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen. Für die Holding-Frage siehe UK Holding Company.

  2. 2

    Anbieter nach Wohnsitz filtern

    Anbieter, die britische Directors oder PSCs verlangen, fallen weg, bevor du Zeit investierst.

  3. 3

    Bank und E-Geld kombinieren

    Tagesgeschäft über ein schnelles Konto, Rücklagen dort, wo der FSCS greift.

  4. 4

    Unterlagen bereithalten

    Ausweis und Adressnachweis aller Directors und PSCs, Gründungsdokumente, Beschreibung des Geschäfts und der erwarteten Zahlungsströme.

FAQ

Deine Fragen zum Geschäftskonto

Kann ich als Deutscher ein Geschäftskonto für meine Limited eröffnen?

Ja, aber nicht bei jedem Anbieter. Starling verlangt Directors und PSCs mit Wohnsitz in UK, Tide eine britische Wohnadresse. E-Geld-Institute sind oft offener.

Ist das Firmenkonto geschützt?

Bei einer Bank mit Zulassung der PRA über den FSCS bis 120.000 Pfund je Gesellschaft. Bei einem E-Geld-Institut nicht; dort gilt Safeguarding.

Hilft mir eine Geschäftsadresse in London?

Eine Geschäftsadresse ersetzt keine Wohnadresse der Directors. Anbieter, die eine britische Wohnadresse verlangen, prüfen genau das.

Quellen: Starling Bank: Business account eligibility; Tide: Business bank account; Barclays: Business accounts; HSBC UK: Kinetic; FCA: Changes to payment safeguarding rules; FSCS: Banks and building societies