AUF EINEN BLICK · STAND NOVEMBER 2026 (STEUERJAHR 2026/27)
Dividenden (UK-Wohnsitz)£500 steuerfrei, danach 10,75 % / 35,75 % / 39,35 %
Grundfreibetrag£12.570
Arbeitgeberbeitrag National Insurance15 % ab £5.000 Jahresgehalt
Gesellschafterdarlehen nicht zurückgezahlts455-Steuer 35,75 % (Darlehen ab 6. April 2026)
Britische Quellensteuer auf Dividendenkeine

Vier Wege aus deiner Limited

Eine Limited ist eine eigene Person. Das Geld auf ihrem Konto gehört ihr, nicht dir, auch wenn du alle Anteile hältst. Um es zu dir zu holen, gibt es vier Wege: ein Gehalt als Direktor, eine Dividende als Gesellschafter, ein Darlehen der Gesellschaft an dich oder einen Beitrag der Gesellschaft in deine Altersvorsorge.

Der Unterschied liegt darin, wo die Steuer anfällt. Gehalt und Pensionsbeiträge mindern den Gewinn der Gesellschaft und damit ihre Körperschaftsteuer, die beim Hauptsatz 25 Prozent beträgt und für kleine Gewinne bis £50.000 bei 19 Prozent liegt. Dividenden werden aus dem Gewinn nach Körperschaftsteuer gezahlt. Das Darlehen ist steuerlich zunächst gar keine Entnahme, und genau das macht es gefährlich.

Die Wege im Vergleich (Wohnsitz in UK)

Die Sätze gelten für das Steuerjahr 2026/27 (6. April 2026 bis 5. April 2027) und für England, Wales und Nordirland. Schottland hat eigene Einkommensteuersätze.

WegBei der LimitedBei dir
GehaltBetriebsausgabe; 15 % Arbeitgeberbeitrag auf den Teil über £5.000Einkommensteuer 20 / 40 / 45 % über dem Grundfreibetrag; 8 % Arbeitnehmerbeitrag zwischen Freigrenze und Obergrenze, 2 % darüber
Dividendeaus Gewinn nach Körperschaftsteuer; keine Sozialabgaben£500 frei, dann 10,75 / 35,75 / 39,35 %; keine National Insurance
Darlehens455-Steuer 35,75 %, wenn nicht binnen 9 Monaten nach Jahresende zurückgezahlt; erstattbar nach Rückzahlungab £10.000 Sachbezug zum amtlichen Zinssatz von 3,75 %, wenn kein Zins gezahlt wird
Arbeitgeberbeitrag zur PensionBetriebsausgabe, wenn die Vergütung insgesamt angemessen iststeuerlich gefördert bis zur Jahresgrenze von £60.000

GOV.UK: Tax on dividends, Income Tax rates, Rates and thresholds for employers 2026 to 2027, Director's loans, HMRC official rates; CTA 2010 s455; HMRC BIM46035

Gehalt: Betriebsausgabe mit Abgaben

Ein Gehalt ist für die Limited eine Betriebsausgabe, solange es für die Arbeit angemessen ist. HMRC streicht den Abzug, wenn die Höhe nicht der Arbeit, sondern der Verwandtschaft oder dem Gesellschafterstatus folgt. Wer sich als Direktor ein Gehalt zahlt, braucht eine britische Lohnabrechnung: Die Gesellschaft muss sich als Arbeitgeber registrieren, Lohnsteuer und Sozialabgaben einbehalten und abführen.

Im Steuerjahr 2026/27 zahlt die Gesellschaft 15 Prozent Arbeitgeberbeitrag auf jeden Pfund Gehalt über £5.000 im Jahr. Die Employment Allowance, die bis zu £10.500 dieser Beiträge erlässt, gibt es nicht für eine Limited, deren einziger Direktor zugleich der einzige beitragspflichtige Mitarbeiter ist. Für den klassischen Ein-Personen-Betrieb ist ein hohes Gehalt deshalb selten die günstigste Wahl. Ein Gehalt im Rahmen des Grundfreibetrags mindert dagegen den Gewinn, ohne dass bei dir Einkommensteuer anfällt. Wie die Lohnabrechnung aufgesetzt wird, steht bei UK Payroll.

Dividende: aus versteuertem Gewinn, ohne Sozialabgaben

Dividenden darf die Limited nur aus ausschüttbaren Gewinnen zahlen, also aus angesammelten Gewinnen nach Körperschaftsteuer. Die Direktoren beschließen sie, und das gehört protokolliert. Zahlt die Gesellschaft mehr, als sie an Gewinn hat, wird die Dividende in aller Regel als Darlehen an dich behandelt und muss zurück.

Wohnst du in UK, sind die ersten £500 Dividenden steuerfrei. Darüber gilt im Steuerjahr 2026/27 je nach Einkommensstufe 10,75, 35,75 oder 39,35 Prozent. Sozialabgaben fallen auf Dividenden nicht an. Die übliche Mischung für Gesellschafter-Direktoren mit Wohnsitz in UK ist deshalb ein niedriges Gehalt plus Dividenden; wo der Punkt liegt, an dem sich das nicht mehr lohnt, hängt an deinem übrigen Einkommen und an der Körperschaftsteuerstufe der Gesellschaft.

DAS TEUERSTE MISSVERSTÄNDNIS
Das Gesellschafterdarlehen kostet seit April 2026 35,75 Prozent

Nimmst du Geld aus der Limited, das weder Gehalt noch Dividende ist, schuldest du es der Gesellschaft. Ist das Darlehen neun Monate nach Ende des Wirtschaftsjahres nicht zurückgezahlt, zahlt die Limited eine Sondersteuer nach s455. Ihr Satz folgt gesetzlich dem oberen Dividendensatz des Jahres, in dem das Darlehen gewährt wurde: für Darlehen im Steuerjahr 2026/27 also 35,75 Prozent. Die Seite auf GOV.UK nennt noch 33,75 Prozent; maßgeblich ist das Gesetz. Die Steuer kommt nach Rückzahlung zurück, die Zinsen darauf nicht. Und kurz vor dem Stichtag zurückzahlen und gleich wieder abheben hilft nicht: Das Gesetz fängt das ab.

Pension: der unterschätzte Weg

Zahlt die Limited für dich als Direktor in eine registrierte Altersvorsorge ein, ist der Beitrag bei ihr eine Betriebsausgabe, solange deine gesamte Vergütung für die Arbeit angemessen ist. Bei dir ist die steuerliche Förderung von Pensionsbeiträgen durch die Jahresgrenze von £60.000 begrenzt.

Für jemanden, der in UK lebt und bleiben will, ist das oft der effizienteste Weg. Wer später nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz zurückgeht, sollte vorher klären, wie das Wohnsitzland die spätere Auszahlung behandelt.

Wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wohnst

Dann dreht sich das Bild. Großbritannien behält auf Dividenden keine Quellensteuer ein, und die britische Steuer eines Nichtansässigen auf Dividenden ist auf den Abzug an der Quelle begrenzt, also auf null. Die Dividende kommt ungekürzt bei dir an und wird zu Hause versteuert: in Deutschland mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, in Österreich mit dem besonderen Satz von 27,5 Prozent, in der Schweiz als Einkommen, bei der direkten Bundessteuer ab einer Beteiligung von 10 Prozent zu 70 Prozent. Mehr dazu in Quellensteuer Großbritannien.

Ein Gehalt als Direktor ist anders: Nach den Abkommen mit Deutschland und Österreich (Artikel 15) und mit der Schweiz (Artikel 16) darf Großbritannien Vergütungen besteuern, die du als Direktor einer britischen Gesellschaft bekommst. Deutschland rechnet die britische Steuer dann auf seine eigene an; für Österreich und die Schweiz prüfen wir die Methode im Einzelfall.

Die wichtigere Frage ist aber eine andere: Führst du die Limited von zu Hause aus, kann sie dort unbeschränkt steuerpflichtig werden, und dann ist die Wahl zwischen Gehalt und Dividende plötzlich eine Frage des deutschen, österreichischen oder Schweizer Rechts. Das steht ausführlich in Besteuerung nicht ansässiger Direktoren.

FAQ

Häufige Fragen zu Gehalt und Dividende

Muss ich mir als Direktor überhaupt ein Gehalt zahlen?

Das ist eine Gestaltungsfrage. Ob ein Gehalt sinnvoll ist und in welcher Höhe, hängt an deinem Wohnsitz, an deinen übrigen Einkünften und an der Körperschaftsteuerstufe der Gesellschaft.

Wie oft darf die Limited Dividenden zahlen?

So oft die Direktoren es beschließen, solange ausschüttbare Gewinne da sind und der Beschluss protokolliert ist.

Was passiert, wenn ich mehr Dividende genommen habe, als Gewinn da war?

Dann gilt der Überschuss in aller Regel als Darlehen an dich und muss zurückgezahlt werden, mit allen Folgen nach s455.

Zahle ich in UK Steuer auf Dividenden, wenn ich in Deutschland wohne?

Nein. Britische Dividenden gehen ohne Abzug ins Ausland, und als Nichtansässiger schuldest du in UK darauf keine Steuer. Versteuert wird in Deutschland.

Quellen: GOV.UK: Tax on dividends; legislation.gov.uk: Income Tax Act 2007, s. 8 (Dividendensätze); legislation.gov.uk: Corporation Tax Act 2010, s. 455; GOV.UK: Director's loans; HMRC: Beneficial loan arrangements, official rates; HMRC: Rates and thresholds for employers 2026 to 2027; GOV.UK: Claim Employment Allowance; HMRC Business Income Manual BIM46035 und BIM47105; GOV.UK: Annual allowance; GOV.UK: HS300 Non-residents and investment income (2026)