AUF EINEN BLICK
WasPrivate Intermittent Securities and Capital Exchange System
RegelnFCA-Regeln seit Juni 2025, Sandbox der Treasury
PrüfungBericht der Treasury an das Parlament bis Juni 2030
Zugelassene Betreibervier Sandbox-Teilnehmer
Für wenprivate Gesellschaften aus dem Vereinigten Königreich und dem Ausland
StandNovember 2026

Was PISCES ist

PISCES steht für Private Intermittent Securities and Capital Exchange System. Die FCA beschreibt es als neue Art privaten Aktienmarkts, der den Handel mit Aktien privater Gesellschaften einfacher und schneller machen soll. Wichtig ist das Wort intermittent: Gehandelt wird nicht laufend, sondern in Handelsfenstern, die gelegentlich stattfinden, nicht häufig und zeitlich begrenzt. Wann ein Fenster öffnet und wie lange es dauert, entscheidet der Betreiber der Plattform.

PISCES ist ausdrücklich kein Listing. Die Aktien werden nicht an einer Börse zugelassen, und genau das ist Voraussetzung: Aktien, die schon an einem Handelsplatz im Sinne des britischen Finanzmarktrechts oder an einem ausländischen multilateralen System gehandelt werden, können nicht über PISCES gehandelt werden. Wer schon auf AIM oder Aquis ist, hat hier also nichts zu suchen.

Sandbox bis 2030: wo PISCES heute steht

Die FCA hat ihre Regeln für PISCES im Juni 2025 veröffentlicht. Rechtsgrundlage sind die Sandbox-Regulations der Treasury von 2025. Bis Juni 2030 muss die Treasury dem Parlament berichten, ob PISCES wie gewünscht funktioniert. Bis dahin läuft alles in einer Sandbox, also als befristeter Testrahmen. Danach entscheiden Treasury und FCA, ob PISCES dauerhaft gesetzlich verankert wird.

Zum Stand November 2026 hat die FCA vier Betreiber als Sandbox-Teilnehmer zugelassen: die London Stock Exchange plc, JP Jenkins Limited, Asset Match Limited und Vestd Limited. Jeder zugelassene Betreiber muss seine Zulassung auf seiner Website veröffentlichen, und die FCA führt eine Liste. Prüf also immer, ob eine Plattform, die mit PISCES wirbt, tatsächlich auf dieser Liste steht.

Was du als Gesellschaft selbst steuern kannst

Der Reiz von PISCES liegt in der Kontrolle, die bei der Gesellschaft bleibt. Nach den Regeln kann sie festlegen:

  • wann ihre Aktien gehandelt werden dürfen
  • wer ihre Aktien kaufen darf, soweit das ihren berechtigten geschäftlichen Interessen dient
  • einen Mindest- und/oder Höchstpreis für ihre Aktien
  • wer Informationen über die Gesellschaft und über Transaktionen in ihren Aktien erhält

Die Grenzen dieser Kontrolle

Ganz frei ist die Gesellschaft nicht. Sie darf keine neuen Beschränkungen einführen, welche Aktionäre verkaufen dürfen. Sie muss Pflichtangaben liefern, die sogenannten Core Disclosures, und zusätzlich, was die Regeln des jeweiligen Betreibers verlangen. Jeder Betreiber kann außerdem eigene Kriterien festlegen, welche Gesellschaften er aufnimmt.

Auf der Käuferseite stehen nach Angaben der FCA unter anderem sophisticated investors, vermögende Privatpersonen und institutionelle Anleger. Mitarbeiter einer PISCES-Gesellschaft können Aktien ihres Arbeitgebers kaufen oder bestehende verkaufen. Finanzintermediäre platzieren die Aufträge und sorgen dafür, dass Privatanleger den Schutz der FCA-Regeln bekommen. Mit diesem Teil haben wir nichts zu tun: Wir sprechen keine Anleger an und vermitteln keine Aktien.

Wann PISCES für dich als Zwischenschritt passt

PISCES ist für Gesellschaften interessant, deren Aktionäre irgendwann verkaufen wollen, ohne dass die Gesellschaft schon die laufenden Pflichten einer Notierung tragen möchte. Typisch sind Gründer und frühe Gesellschafter, die einen Teil ihrer Anteile abgeben wollen, oder Mitarbeiter mit Beteiligungsprogrammen, die bisher keinen Weg zum Verkauf hatten.

Für eine spätere Notierung bringt ein Handelsfenster einen zweiten Nutzen: Die Gesellschaft übt den Umgang mit Offenlegung, Beschlüssen und Fristen unter realen Bedingungen. Ob dein nächster Schritt dann der Main Market, AIM oder Aquis ist, hängt von Größe und Ziel ab. Was sich nicht ändert: Register, Satzung und Board müssen zu jeder dieser Stufen passen. Wer heute für PISCES aufräumt, räumt für den Börsengang mit auf.

Eines sollte dir klar sein: PISCES löst kein Finanzierungsproblem. Ob und zu welchem Preis gehandelt wird, entscheiden Käufer und Verkäufer im jeweiligen Fenster.

Was wir für deine Gesellschaft vorbereiten

Die Verwaltungsarbeit vor und während eines Handelsfensters, die wir übernehmen:

  1. 1

    Gesellschafterregister

    Ein vollständiges, aktuelles Register ist die Grundlage für jeden Handel. Lücken aus alten Zuteilungen oder Übertragungen schließen wir vorher.

  2. 2

    Satzung und Übertragungsregeln

    Vorkaufsrechte, Zustimmungsvorbehalte und Aktiengattungen müssen zu dem passen, was die Gesellschaft im Handelsfenster zulassen will.

  3. 3

    Board-Beschlüsse

    Teilnahme an PISCES, Preisgrenzen, Kreis der Käufer und Freigabe der Offenlegung werden vom Board beschlossen und protokolliert.

  4. 4

    Offenlegung

    Wir stellen die Unterlagen für die Pflichtangaben aus den Registern und Beschlüssen der Gesellschaft zusammen und stimmen sie mit dem Betreiber ab.

  5. 5

    Nach dem Fenster

    Übertragungen ins Register, Meldungen an Companies House, Aktualisierung der Angaben zu Personen mit maßgeblichem Einfluss. Das ist laufende Arbeit für PLC Company Secretary.

MITARBEITERBETEILIGUNG
EMI- und CSOP-Optionen können PISCES einbeziehen

Bestehende Optionen aus Enterprise Management Incentives und Company Share Option Plans können so geändert werden, dass ein Verkauf über PISCES als Ausübungsereignis gilt, ohne die Steuervorteile zu verlieren. Das gilt für Optionen, die vor dem 6. April 2028 gewährt wurden.

FAQ

Deine Fragen zu PISCES

Muss meine Gesellschaft eine PLC sein?

PISCES ist für private Gesellschaften gedacht, und die FCA nennt dabei keine bestimmte Rechtsform. Wer später an die Börse will, plant die Umwandlung in eine PLC trotzdem früh mit, siehe Limited in PLC umwandeln.

Kann eine deutsche, österreichische oder Schweizer Gesellschaft PISCES nutzen?

Ja, die FCA lässt Gesellschaften aus jedem Land zu. Das Recht des Sitzstaates gilt aber weiter und muss mitgeprüft werden.

Ersetzt PISCES den Börsengang?

Nein. Es ist ein privater Markt mit gelegentlichen Handelsfenstern. Für eine Notierung gelten die Regeln von Main Market, AIM oder Aquis.

Quellen: FCA: PISCES, platforms for trading private company shares; FCA: PISCES approval notice JP Jenkins Limited (PDF); GOV.UK: Tax implications for PISCES