| Stand | November 2026 |
| Daueraufenthalt (PRC) | 1 Mio. US-Dollar in ein Haus oder ein Unternehmen, Gebühr 25.000 US-Dollar |
| Befristet | Temporary Residence Permit ohne Arbeitsrecht, in der Regel bis ein Jahr |
| Direkte Steuern | keine Einkommen-, Körperschaft-, Kapitalertrag- oder Erbschaftsteuer |
| Stamp Duty | bis 10 Prozent, auf den kleineren Inseln bis 6,5 Prozent |
| EU-Liste | Anhang I seit 17. Februar 2026 |
| Deutschland | Aufnahme in die StAbwV im Entwurf, ab Verkündung |
Dein Wohnsitz durch Investition: das PRC
Die Turks- und Caicosinseln vergeben ein Permanent Residence Certificate, kurz PRC, an Investoren. Nach den Immigration Regulations 2016 brauchst du einen sauberen Leumund und eine Investition von mindestens 1 Million US-Dollar, entweder in ein Unternehmen auf den Inseln oder in ein eigenes Haus. Beim Haus bestätigt ein Chartered Quantity Surveyor den Wert. Wer über das Haus kommt, erklärt, auf den Inseln nicht erwerbstätig zu sein, es sei denn, er beantragt das ausdrücklich.
Die Kosten: PRC-Gebühr 25.000 US-Dollar, eine Verwaltungsgebühr von 150 US-Dollar und 200 US-Dollar für den Ehepartner. Wer noch nicht investiert hat, kann vorher ein Certificate of Undertaking für 1.500 US-Dollar beantragen. Den Antrag nimmt die Regierungsagentur Invest Turks and Caicos entgegen und reicht ihn an das Einwanderungsministerium weiter; entscheiden tut der Gouverneur.
Für einen ersten Aufenthalt ohne Investition gibt es das Temporary Residence Permit, ausgestellt vom Employment Services Department, ohne Arbeitsrecht und in der Regel für bis zu ein Jahr. Ehepartner und Kinder bis 18 können eingetragen werden.
Deine Steuern und dein Haus
Die Inseln erheben nach Angaben der Regierungsagentur keine direkten Steuern auf Unternehmen und Privatpersonen, keine Kapitalertrag- und keine Erbschaftsteuer, und es gibt keine Devisenkontrollen. Ausländer dürfen Immobilien ohne Beschränkung kaufen.
Teuer ist der Kauf selbst: Auf Providenciales und den übrigen Hauptinseln liegt die Stamp Duty bei 6,5 Prozent bis 250.000 US-Dollar, 8 Prozent bis 500.000 und 10 Prozent über 500.000 US-Dollar. Auf Grand Turk, Salt Cay, South, Middle und North Caicos sind es 5 Prozent bis 100.000 und 6,5 Prozent darüber. Ein Haus für 1 Million Dollar, das für das PRC reicht, kostet auf Providenciales also zusätzlich 100.000 Dollar Stamp Duty.
Die Inseln haben sich zu FATCA und früh zum Common Reporting Standard bekannt. Konten auf Turks und Caicos sind für dein Wohnsitzfinanzamt sichtbar; Erträge erklärst du dort, wo du steuerlich ansässig bist. Mehr dazu in unserem Beitrag CRS und die Inseln.
Die schwarze Liste: was sie für dich bedeutet
Die Turks- und Caicosinseln standen schon vom 21. Dezember 2022 bis zum 19. Februar 2024 auf der EU-Liste. Am 17. Februar 2026 hat der Rat sie wieder in Anhang I aufgenommen, und die Überarbeitung vom 9. Oktober 2026 hat das bestätigt. Der Grund laut Rat: Die Inseln setzen die Substanzanforderungen für Offshore-Strukturen nicht wirksam durch.
In Deutschland wirken die Abwehrmaßnahmen des Steueroasen-Abwehrgesetzes nur für Gebiete, die die Steueroasen-Abwehrverordnung nennt. In der geltenden Fassung, zuletzt geändert im Dezember 2024, stehen die Turks- und Caicosinseln noch als „nicht mehr kooperativ seit dem 20. Februar 2024“. Das Bundesfinanzministerium hat am 12. Oktober 2026 den Entwurf einer Vierten Änderungsverordnung vorgelegt, der die Inseln ab dem Tag der Verkündung wieder als nicht kooperativ führt. Die Verordnung braucht die Zustimmung des Bundesrates; sie ist Stand heute nicht verkündet.
Sobald sie gilt, treffen dich als in Deutschland Steuerpflichtigen die Maßnahmen, wenn du Geschäftsbeziehungen oder Beteiligungen in oder mit Bezug zu den Inseln hast: Aufwendungen aus solchen Geschäften mindern den Gewinn grundsätzlich nicht mehr; eine Gesellschaft auf den Inseln wird mit allen niedrig besteuerten Einkünften hinzugerechnet; Dividenden von dort verlieren Abgeltungsteuer und Teileinkünfteverfahren, für Kapitalgesellschaften entfällt die Steuerfreiheit nach § 8b KStG; dazu kommen Quellensteuern und erweiterte Aufzeichnungspflichten mit Frist von einem Jahr nach Jahresende. Die Einzelheiten stehen auf unserer Seite EU-Liste und Steueroasen-Abwehrgesetz.
Wer ganz auf die Inseln zieht und keine Bindungen nach Deutschland mehr hat, spürt das Gesetz kaum. Er nimmt aber die üblichen deutschen Wegzugsregeln mit: Wegzugsteuer, fünf Jahre Erbschaftsteuerpflicht für deutsche Staatsangehörige und, bei wesentlichen Interessen in Deutschland, zehn Jahre erweiterte beschränkte Steuerpflicht. Die erklärt wohnsitzausland.com. Für Österreicher und Schweizer gelten die Regeln ihres eigenen Landes; die deutsche Verordnung betrifft sie nicht.
Passt Turks und Caicos zu dir?
Für Vermögende, die in der Karibik leben wollen, einen klaren Investitionsweg mit überschaubarer Gebühr suchen und Deutschland wirklich verlassen. Weniger für alle, die von Deutschland aus investieren, vermieten oder Firmen halten wollen: Für sie ist die Liste bald teuer. Vergleichbare Inseln ohne Listung sind die Kaimaninseln.
Aus zwanzig Jahren mit den britischen Gebieten: Die schwarze Liste kommt und geht. Wer seine Planung darauf baut, dass sie gerade nicht gilt, plant auf Sand.
Quellen: Invest Turks and Caicos: Become a TCI resident; Invest Turks and Caicos: Real estate; Invest Turks and Caicos: Top reasons to invest; Rat der EU: Schlussfolgerungen vom 17. Februar 2026; Rat der EU: Schlussfolgerungen vom 9. Oktober 2026; Steueroasen-Abwehrverordnung (gesetze-im-internet.de); BMF: Referentenentwurf Vierte Verordnung zur Änderung der StAbwV; Steueroasen-Abwehrgesetz (gesetze-im-internet.de)