| Stand | November 2026 |
| Einkommensteuer | 20 Prozent flach |
| Steuerdeckel | 160.000 Pfund auf Auslandseinkünfte, 320.000 Pfund weltweit, 60.000 Pfund Open Market für vier Jahre |
| Keine Steuer auf | Kapitalgewinne, Erbschaften, Vermögen |
| Open Market | rund 1.600 Häuser, keine Vermögensprüfung |
| Beschlossen für 2029 | GST von 3 Prozent, Eingangssatz 15 Prozent |
| EU-Liste | nicht gelistet |
Der Open Market: deine Adresse ist dein Aufenthaltsrecht
Guernsey hat zwei Wohnungsmärkte. Der Local Market ist für Menschen mit Inselbindung und für Inhaber befristeter Arbeitsgenehmigungen. Der Open Market umfasst rund 1.600 Häuser, die im Open Market Register stehen. Wer einen britischen oder irischen Pass hat oder ein Bleiberecht in Großbritannien, wird auf Guernsey ansässig, indem er ein solches Haus (Part A, Einfamilienhaus) kauft oder mietet. Die Regierungsagentur Locate Guernsey sagt es so klar, dass es fast verdächtig klingt: keine Vermögensprüfung, keine staatliche Bewertung.
Im Open Market darfst du arbeiten, so viel oder so wenig du willst, und deine Familie mitbringen. Formal stellst du nach der Wahl der Adresse einen Antrag auf ein Open Market Resident Certificate beim Population Management Office, mit Führungszeugnis.
Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ohne britisches Aufenthaltsrecht gilt eine zweite Schiene: Wer nicht für eine Vollzeitstelle kommt, braucht eine Einwanderungsfreigabe für den Open Market. Die Regierung nennt das Entrepreneur Visa als einen möglichen Weg. Die britische Grundlogik der Visa erklärt unser Bereich Visum und Aufenthalt.
Deine Steuer: 20 Prozent, mit drei Deckeln
Guernsey besteuert Einkommen mit 20 Prozent flach und erhebt keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Vermögensteuer. Seit 2023 wird jeder Ehepartner einzeln veranlagt. Wer genug Einkommen hat, kann einen Steuerdeckel wählen und verliert dafür die persönlichen Freibeträge.
Die drei Deckel nach dem Haushalt 2026: 160.000 Pfund Steuer auf Einkünfte außerhalb Guernseys und Bankzinsen; 320.000 Pfund auf das Welteinkommen, was laut Regierung der Steuer auf rund 1,6 Millionen Pfund Einkommen entspricht; und der Open-Market-Deckel von 60.000 Pfund. Der Haushalt 2026 empfiehlt, die Deckel für 2026 nicht zu ändern.
Der Open-Market-Deckel ist das eigentliche Zuzugsangebot: 60.000 Pfund Steuer im Jahr, für das Ankunftsjahr und drei weitere Jahre, wenn du in den drei Jahren davor nicht auf Guernsey gewohnt hast und innerhalb von zwölf Monaten vor oder nach dem Zuzug ein Part-A-Haus kaufst, auf das du mindestens 50.000 Pfund Document Duty zahlst. Einkünfte aus Immobilien auf Guernsey versteuerst du zusätzlich.
Für Menschen, die auf Guernsey steuerlich ansässig, aber nicht hauptsächlich dort wohnen, gibt es die Standard Charge: der höhere Betrag aus einer Pauschale und der Steuer auf Guernsey-Einkünfte. Die Pauschale steigt nach dem Haushalt ab 2026 von 40.000 auf 50.000 Pfund.
Was sich bis 2029 ändert
Im Oktober 2026 haben die States of Deliberation ein Steuerreformpaket beschlossen. Ab dem 1. Januar 2027 gilt der Körperschaftsteuersatz von 10 Prozent für mehr Unternehmen, etwa Kanzleien und Beratungsfirmen, und für den ganzen Gewinn statt einzelner Tätigkeiten. Ab dem 1. Januar 2029 sinkt der Eingangssatz der Einkommensteuer auf 15 Prozent bis 28.000 Pfund, darüber bleibt es bei 20 Prozent. Ab dem ersten Quartal 2029 kommt eine GST von 3 Prozent, und die Sozialabgaben werden umgebaut.
Für Zuzügler mit Steuerdeckel ändert sich dadurch wenig. Spürbar wird die GST beim Einkaufen, und für Unternehmer mit Firma auf der Insel der breitere 10-Prozent-Satz. Die Firmensteuer im Grundsatz: Die meisten Gesellschaften zahlen 0 Prozent.
Alderney: der offene Teil der Vogtei
Alderney gehört zur Vogtei Guernsey, Einkommensteuer und Sozialversicherung verwaltet Guernsey. Der Unterschied liegt beim Wohnen: Laut States of Alderney gibt es kaum Beschränkungen beim Immobilienkauf, und die restriktiven Wohnsitzregeln von Guernsey und Jersey gelten dort nicht. Die Einreise und der Aufenthalt von Nicht-Briten laufen über die Grenzbehörde der Vogtei.
Steuerlich gibt es seit 2025 einen eigenen Alderney-Property-Deckel von 60.000 Pfund, analog zum Open-Market-Deckel; der alte Alderney-Deckel ist zum 31. Dezember 2025 ausgelaufen. Alderney ist klein, ruhig und schwer zu erreichen. Das ist für die einen das Argument und für die anderen der Grund, nach einem Winter wieder zu gehen.
Sark: keine Einkommensteuer, keine Autos
Sark ist die kleinste selbstverwaltete Insel der Vogtei, mit rund 500 Einwohnern und ohne Autos. Es gibt dort keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer und keine Umsatzsteuer; die Insel finanziert sich über eine Grundsteuer und eine persönliche Kapitalsteuer. Alles dazu, auch zur laufenden Steuerreform, steht auf unserer Seite Sark.
EU-Liste und dein deutsches Finanzamt
Guernsey steht nicht auf der EU-Liste nicht kooperativer Länder und Gebiete, weder in Anhang I noch in Anhang II der Fassung vom 9. Oktober 2026. Das Steueroasen-Abwehrgesetz spielt also keine Rolle. Zwischen Deutschland und Guernsey besteht ein Abkommen über den Informationsaustausch, kein umfassendes Doppelbesteuerungsabkommen, und Bankdaten fließen über den CRS an dein Wohnsitzland.
Für Deutsche gelten beim Umzug dieselben drei Regeln wie für jede Niedrigsteuer-Insel: die Wegzugsteuer auf Kapitalgesellschaftsanteile, fünf Jahre weiterer unbeschränkter Erbschaftsteuerpflicht für deutsche Staatsangehörige und unter Umständen zehn Jahre erweiterte beschränkte Steuerpflicht nach dem Außensteuergesetz. Ein Steuerdeckel ist eine Vorzugsbesteuerung im Sinne dieser Regel. Die Details findest du bei wohnsitzausland.com zur erweiterten beschränkten Steuerpflicht und auf unserer Seite zur EU-Liste und zum Abwehrgesetz. Für Österreicher und Schweizer gelten die Wegzugsregeln ihres eigenen Landes.
Passt Guernsey zu dir?
Guernsey passt zu Familien und Unternehmern, die einen planbaren Steuerdeckel wollen und ein Haus im Open Market kaufen können, und zu Briten oder Iren mit Kapital, für die der Zuzug fast ein Formular ist. Wer nur ein Pfund-Konto braucht, muss nicht umziehen: Das Banking auf der Insel erklärt unser Beitrag Banking auf Guernsey.
Aus zwanzig Jahren Arbeit mit den Inseln: Der Beratermarkt auf Guernsey ist kleiner als auf Jersey, aber nicht billiger. Ein Advocate für den Hauskauf, ein Steuerexperte für den Deckel, ein Einwanderungsspezialist, eine Bank: Jeder rechnet für sich ab, und keiner fühlt sich für die Reihenfolge verantwortlich.
Deine Fragen zu Guernsey
Kann ich als Deutscher einfach ein Open-Market-Haus kaufen und einziehen?
Kaufen ja, einziehen nur mit Einwanderungsfreigabe, solange du keinen britischen oder irischen Pass und kein britisches Bleiberecht hast. Der Antrag gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
Wie lange gilt der Open-Market-Deckel?
Im Ankunftsjahr und in den drei folgenden Jahren. Danach wählst du einen der anderen Deckel oder zahlst normal 20 Prozent.
Hat Guernsey eine Mehrwertsteuer?
Noch nicht. Beschlossen ist eine GST von 3 Prozent ab dem ersten Quartal 2029.
Quellen: gov.gg: Tax Cap; States of Guernsey: Budget 2026; gov.gg: Tax reform; Locate Guernsey: Residency and immigration; Locate Guernsey: Tax regime; States of Alderney: Relocate; Rat der EU: Schlussfolgerungen vom 9. Oktober 2026 zur EU-Liste