AUF EINEN BLICK
Schenkungsteuer in UKkeine eigene; Schenkungen fallen in die Inheritance Tax
Jahresfreibetrag3.000 Pfund pro Steuerjahr, Rest ein Jahr vortragbar
Kleine Geschenkebis 250 Pfund pro Person und Steuerjahr
Hochzeit5.000 Pfund an ein Kind, 2.500 an Enkel, 1.000 an andere
7-Jahres-Regelsteuerfrei, wenn der Schenker sieben Jahre überlebt
Schenkung in einen Trustsofort 20 % auf den Teil über dem Freibetrag
StandNovember 2026

Die 7-Jahres-Regel: steuerfrei mit Verzögerung

Schenkst du einem Menschen Geld, eine Immobilie oder Aktien, ist das in UK zunächst eine Potentially Exempt Transfer, eine möglicherweise steuerfreie Übertragung. Lebst du danach noch sieben Jahre, ist sie endgültig steuerfrei. Stirbst du früher, wird die Schenkung in die Rechnung der Inheritance Tax zurückgeholt.

Zurückgeholte Schenkungen verbrauchen zuerst den Freibetrag von 325.000 Pfund. Was darüber liegt, wird besteuert, bei Schenkungen in den letzten drei Jahren vor dem Tod mit vollen 40 %. Für ältere Schenkungen sinkt der Satz stufenweise. Diese Taper Relief hilft aber nur, wenn die Schenkungen der letzten sieben Jahre zusammen über dem Freibetrag liegen; darunter gibt es nichts zu ermäßigen.

Zahlen muss die Steuer auf Schenkungen normalerweise der Nachlass. Liegen die Schenkungen der letzten sieben Jahre zusammen über 325.000 Pfund, zahlt der Beschenkte die Steuer auf seine Schenkung selbst. Das kann Beschenkte treffen, die das Geld längst ausgegeben haben.

Wie die Steuer auf deine Schenkung sinkt

Steuersatz auf den Teil einer Schenkung über dem Freibetrag, je nachdem, wie lange sie vor dem Tod zurückliegt.

Zeit zwischen Schenkung und TodSteuersatz
weniger als 3 Jahre40 %
3 bis 4 Jahre32 %
4 bis 5 Jahre24 %
5 bis 6 Jahre16 %
6 bis 7 Jahre8 %
7 Jahre und mehr0 %

GOV.UK, How Inheritance Tax works: taper relief

Was du sofort steuerfrei verschenkst

Einige Schenkungen zählen nie zum Nachlass, egal wann du stirbst. Sie lassen sich kombinieren, nur die kleinen Geschenke nicht mit anderen Freibeträgen für dieselbe Person.

  • Jahresfreibetrag: 3.000 Pfund pro Steuerjahr (6. April bis 5. April), an eine oder mehrere Personen. Nicht genutzte Beträge kannst du genau ein Jahr vortragen.
  • Kleine Geschenke: beliebig viele Geschenke bis 250 Pfund pro Person und Steuerjahr, solange für diese Person kein anderer Freibetrag genutzt wird.
  • Hochzeit oder eingetragene Partnerschaft: bis 5.000 Pfund an ein Kind, 2.500 Pfund an ein Enkel- oder Urenkelkind, 1.000 Pfund an alle anderen.
  • Regelmäßige Zahlungen aus dem Einkommen: ohne Obergrenze, wenn du sie aus deinem laufenden Einkommen zahlst und danach deinen gewohnten Lebensstandard halten kannst. Die Miete für das studierende Kind gehört typischerweise dazu.
  • Ehegatten und eingetragene Partner: unbegrenzt, mit der Grenze von 325.000 Pfund, wenn nur der Schenker langfristig in UK ansässig ist.
  • Gemeinnützige Organisationen und politische Parteien: unbegrenzt.

Verschenkt, aber nicht weg: Gifts with Reservation

Der Klassiker: Die Eltern überschreiben das Haus an die Kinder und wohnen weiter darin. Für HMRC ist das eine Gift with Reservation, eine Schenkung, von der der Schenker weiter profitiert. Sie zählt beim Tod voll zum Nachlass, und die 7-Jahres-Regel hilft hier nicht, egal wie lange die Überschreibung zurückliegt.

Wer nach der Schenkung im Haus bleiben will, muss den neuen Eigentümern eine marktübliche Miete zahlen und seinen Anteil an den Nebenkosten tragen. Ausnahme: Du verschenkst nur einen Teil des Hauses und die Beschenkten wohnen selbst mit dir dort. Dasselbe Prinzip gilt für das Gemälde, das nach der Schenkung im eigenen Wohnzimmer hängen bleibt.

Deine Schenkung in einen Trust

Eine Schenkung in die meisten Trusts ist keine möglicherweise steuerfreie Übertragung, sondern sofort eine steuerpflichtige: eine Chargeable Lifetime Transfer. Was über dem Freibetrag liegt, kostet bei Zahlung durch die Trustees sofort 20 %. Stirbt der Schenker innerhalb von sieben Jahren, wird auf 40 % nachberechnet, die bereits gezahlte Steuer wird angerechnet.

Behält sich der Schenker einen Nutzen am Trustvermögen vor, kommt es doppelt: 20 % beim Einbringen, und das Vermögen zählt trotzdem zum Nachlass. Wie Trusts danach alle zehn Jahre besteuert werden, steht im Beitrag zu UK-Trusts und Treuhand. Für Betriebsvermögen und Agrarland gelten seit April 2026 eigene Grenzen, siehe Business Property Relief.

Kapitalertragsteuer: die zweite Steuer auf dieselbe Schenkung

Wer Aktien, eine vermietete Wohnung oder andere Wertgegenstände verschenkt, veräußert sie aus Sicht der britischen Capital Gains Tax. Ein Wertzuwachs seit dem Kauf kann deshalb schon beim Verschenken steuerpflichtig sein, obwohl kein Geld fließt. Schenkungen an Ehegatten, eingetragene Partner und gemeinnützige Organisationen sind in der Regel davon frei.

Deine Seite daheim: Deutschland, Österreich, Schweiz

Deutschland: Die deutsche Schenkungsteuer greift, wenn Schenker oder Beschenkter in Deutschland wohnt, und zwar sofort, nicht erst nach einem Todesfall. Deutsche Staatsangehörige bleiben bis zu fünf Jahre nach dem Wegzug erfasst. Es gelten dieselben Freibeträge wie beim Erben, etwa 400.000 Euro pro Kind, und Schenkungen derselben Person innerhalb von zehn Jahren werden zusammengerechnet. Ein Abkommen mit UK gibt es auch für Schenkungen nicht. Die Anrechnung ist hier besonders sperrig, weil die britische Steuer womöglich erst Jahre später entsteht.

Österreich: Eine Schenkungssteuer gibt es seit dem 1. August 2008 nicht mehr, aber eine Meldepflicht. Sie gilt, wenn Schenker oder Beschenkter in Österreich einen Wohnsitz, auch einen Nebenwohnsitz, oder den gewöhnlichen Aufenthalt hat. Befreit sind Schenkungen unter Angehörigen bis 50.000 Euro innerhalb eines Jahres und zwischen anderen Personen bis 15.000 Euro innerhalb von fünf Jahren. Die Meldung ist innerhalb von drei Monaten fällig. Grundstücke fallen nicht unter diese Meldepflicht. Wer vorsätzlich nicht meldet, riskiert eine Geldstrafe von bis zu 10 % des Werts.

Schweiz: Eine Schenkungssteuer des Bundes gibt es nicht, die meisten Kantone erheben eine. Ehegatten, eingetragene Partner und Nachkommen sind in der Regel befreit. Zuständig ist der Wohnkanton des Schenkers, und die meisten Kantone verlangen eine Meldung innerhalb einer Frist. Das Abkommen zwischen der Schweiz und UK erfasst Nachlass- und Erbschaftssteuern, nicht Schenkungen unter Lebenden.

FAQ

Deine Fragen zu Schenkungen

Wie viel darf ich in England steuerfrei verschenken?

Sofort steuerfrei sind 3.000 Pfund pro Steuerjahr, kleine Geschenke bis 250 Pfund pro Person, Hochzeitsgeschenke bis 5.000 Pfund an ein Kind und regelmäßige Zahlungen aus dem Einkommen. Alles andere an Personen wird steuerfrei, wenn du danach sieben Jahre lebst.

Meine Eltern in England wollen mir Geld schenken. Zahle ich in Deutschland Schenkungsteuer?

Wenn du in Deutschland wohnst, ja, soweit die Schenkung über deinem Freibetrag liegt. Pro Elternteil sind das 400.000 Euro in zehn Jahren. In UK ist die Schenkung zunächst steuerfrei und wird nur relevant, wenn der Schenker innerhalb von sieben Jahren stirbt.

Muss ich eine Schenkung aus UK in Österreich melden?

Wenn du in Österreich wohnst und die Grenzen überschritten sind, ja: über 50.000 Euro im Jahr von einem Angehörigen oder über 15.000 Euro in fünf Jahren von anderen Personen, binnen drei Monaten.

Muss ich Schenkungen in UK melden?

Schenkungen an Personen werden zu Lebzeiten nicht gemeldet. Halte aber fest, was du wem, wann und mit welchem Wert geschenkt hast. Der Testamentsvollstrecker braucht diese Liste für die letzten sieben Jahre. Schenkungen in Trusts über dem Freibetrag sind sofort steuerpflichtig.

Quellen: GOV.UK: How Inheritance Tax works, rules on giving gifts; GOV.UK: Trusts and Inheritance Tax; GOV.UK: Capital Gains Tax, gifts; HMRC Manual: IHTM47030 Spouse exemption, not a long-term UK resident; Gesetze im Internet: ErbStG §§ 2, 14, 16; BMF: Stand der Doppelbesteuerungsabkommen am 1. Januar 2026; BMF Österreich: Schenkungsmeldung; BMF Österreich, Findok: Wegfall der Erbschafts- und Schenkungssteuer ab 1. August 2008; ch.ch: Schenkungssteuer; HMRC Manual: IHTM47071 Post 1975 Double Taxation Conventions