| Stand | November 2026, US-Steuerjahr 2026, UK-Steuerjahr 2026/27 |
| US-Seite | Bürger und Green-Card-Inhaber versteuern ihr Welteinkommen, auch in UK |
| Abkommen | UK-USA Doppelbesteuerungsabkommen, in Kraft seit 31. März 2003, mit Saving Clause |
| FEIE 2026 | bis 132.900 US-Dollar Arbeitslohn pro Person |
| FBAR | Auslandskonten zusammen über 10.000 US-Dollar |
| Form 8938 im Ausland | über 200.000 / 300.000 US-Dollar (Einzelerklärung) |
Zwei Steuersysteme, ein Leben
Die USA besteuern nach Staatsbürgerschaft. Als US-Bürger versteuerst du dein Welteinkommen, egal wo du wohnst, und die Regeln für Einkommen-, Erbschaft- und Schenkungsteuererklärungen sind im Ausland im Wesentlichen dieselben. Für Green-Card-Inhaber gilt dasselbe: Wer Lawful Permanent Resident ist, ist für die US-Bundessteuer resident und wird wie ein Bürger besteuert. Das bleibt so, bis du den Status schriftlich aufgibst oder er behördlich oder gerichtlich beendet wird. Ein Umzug nach London allein reicht nicht.
UK fragt nicht nach dem Pass, sondern nach dem Aufenthalt. Ob du resident bist, entscheidet der Statutory Residence Test, den wir im Beitrag zur Steuerpflicht im Vereinigten Königreich erklären. Als UK-Resident zahlst du in der Regel auch auf ausländische Einkünfte britische Steuer, also auch auf Einkünfte aus den USA.
Für die US-Erklärung aus dem Ausland gibt es eine automatische Fristverlängerung bis zum 15. Juni. Entlastungen wie die Foreign Earned Income Exclusion oder den Foreign Tax Credit bekommst du aber nur, wenn du die US-Erklärung tatsächlich abgibst.
Das Abkommen und seine Saving Clause
Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen UK und den USA ist seit dem 31. März 2003 in Kraft. Für US-Bürger enthält es einen Satz, der vieles relativiert: Nach Artikel 1 Absatz 4, der Saving Clause, darf jeder Staat seine Residents und die USA zusätzlich ihre Bürger so besteuern, als gäbe es das Abkommen nicht.
Ganz zahnlos ist das Abkommen trotzdem nicht. Artikel 1 Absatz 5 nimmt bestimmte Regeln von der Saving Clause aus, sie gelten also auch für US-Bürger. Dazu gehören die Vorschriften zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (Artikel 24), die Regel, dass Erträge in einem britischen Pension Scheme erst bei Auszahlung besteuert werden (Artikel 18 Absatz 1), und die Regel für Sozialversicherungsrenten: US Social Security, die an einen UK-Resident gezahlt wird, ist nur in UK steuerpflichtig (Artikel 17 Absatz 3).
Für Beiträge zur britischen Altersvorsorge gibt es eine eigene Regel für US-Bürger: Arbeitest du als UK-Resident für einen britischen Arbeitgeber, können Beiträge zu einem britischen Pension Scheme auch in der US-Erklärung abziehbar sein (Artikel 18 Absatz 5). Voraussetzung ist unter anderem, dass die US-Behörde den britischen Plan als einem US-Plan entsprechend anerkannt hat. Das prüft die US-Seite für deinen konkreten Plan.
Bei der Anrechnung gibt es eine Reihenfolge: UK muss dir keine Anrechnung für US-Steuer auf Einkünfte geben, die nach britischem Recht nicht aus den USA stammen. Auf US-Einkünfte rechnet UK nur die Steuer an, die die USA auch von einem Nicht-Bürger verlangen dürften; den Rest rechnen die USA ihrerseits mit der britischen Steuer auf (Artikel 24 Absatz 6).
Foreign Tax Credit oder Foreign Earned Income Exclusion
Für Arbeitseinkommen in UK hast du auf der US-Seite zwei Wege. Mit der Foreign Earned Income Exclusion (FEIE) nimmst du für 2026 bis zu 132.900 US-Dollar Arbeitslohn pro Person aus der US-Steuer heraus, wenn du Bona-Fide-Resident im Ausland bist oder 330 volle Tage innerhalb von zwölf Monaten im Ausland verbringst. Alternativ rechnest du mit dem Foreign Tax Credit die britische Steuer auf die US-Steuer an. Beides für dasselbe Einkommen geht nicht: Auf ausgeschlossenes Einkommen gibt es keinen Credit. Welcher Weg sich rechnet, hängt von deinem Einkommen und deinen übrigen Einkünften ab; das gehört in die Hand der US-Seite.
FIG-Regime: britische Entlastung, amerikanische Steuer
Wer nach mindestens zehn Steuerjahren ohne UK-Residence nach UK zieht, kann in den ersten vier Jahren das FIG-Regime nutzen und ausländische Einkünfte und Gewinne in UK steuerfrei stellen. Für einen Amerikaner klingt das zunächst doppelt gut. Es hat aber zwei Haken.
Erstens verlierst du mit dem Antrag den britischen Personal Allowance und den Freibetrag für Capital Gains Tax. Zweitens nimmt das FIG-Regime nur die britische Steuer weg. Die USA besteuern dein Welteinkommen weiter, und wo UK nichts erhebt, gibt es in den USA auch nichts anzurechnen. Ob sich der Antrag lohnt, entscheidet deshalb erst die Rechnung über beide Länder.
ISA und britische Fonds: die PFIC-Falle
Das ISA ist die liebste britische Sparform, und seine Steuerfreiheit ist eine britische Regel. Das Abkommen kennt es nicht: Die Liste der Pension Schemes im Notenwechsel zum Abkommen nennt britische Betriebsrenten und Personal Pension Schemes, aber kein ISA. Rechne also nicht damit, dass die britische Befreiung in deiner US-Erklärung mitreist.
Teuer wird es bei Fonds. Eine ausländische Kapitalgesellschaft ist nach US-Recht eine Passive Foreign Investment Company (PFIC), wenn 75 Prozent oder mehr ihres Bruttoeinkommens passiv sind oder mindestens 50 Prozent ihres Vermögens passive Erträge bringen. Das beschreibt ziemlich genau, was ein Investmentfonds tut. Ob ein bestimmter britischer Fonds für US-Zwecke als Kapitalgesellschaft gilt, prüft die US-Seite Fonds für Fonds.
Ohne besondere Wahlrechte (Qualified Electing Fund oder Mark-to-Market) wird es unangenehm: Der gesamte Gewinn beim Verkauf gilt als Excess Distribution, wird über die Haltedauer verteilt und mit einer gesonderten Steuer samt Zinszuschlag belegt. Jede PFIC-Beteiligung meldest du auf Form 8621. Die Kanzlei Mount Bonnell erklärt die US-Seite im Beitrag zu PFIC und europäischen Fonds.
FBAR und FATCA: Meldungen, die nichts kosten, solange du sie abgibst
Beide Meldungen gelten für deine britischen Konten, Depots und Fonds. Ob ein Konto Erträge bringt, spielt für das FBAR keine Rolle.
| Meldung | Wer meldet | Schwelle | Frist |
|---|---|---|---|
| FBAR (FinCEN Form 114) | US-Personen mit Auslandskonten | zusammen über 10.000 US-Dollar zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr | 15. April, automatisch verlängert bis 15. Oktober |
| Form 8938 (FATCA), im Ausland lebend, Einzelerklärung | Steuerpflichtige mit Specified Foreign Financial Assets | über 200.000 US-Dollar am Jahresende oder über 300.000 US-Dollar zu irgendeinem Zeitpunkt | mit der Einkommensteuererklärung |
| Form 8938 (FATCA), im Ausland lebend, gemeinsame Erklärung | Ehepaare mit gemeinsamer Erklärung | über 400.000 US-Dollar am Jahresende oder über 600.000 US-Dollar zu irgendeinem Zeitpunkt | mit der Einkommensteuererklärung |
FinCEN; IRS: Report of Foreign Bank and Financial Accounts (FBAR); IRS: Do I need to file Form 8938
Erbschaft- und Schenkungsteuer auf beiden Seiten
US-Bürger bleiben auch in UK in der US-Erbschaft- und Schenkungsteuer; die Erklärungsregeln gelten im Ausland wie zu Hause. In UK hängt die Inheritance Tax seit April 2025 an der Long-term UK residence: Wer in 10 der letzten 20 Steuerjahre in UK resident war, kann auch mit seinem Auslandsvermögen unter die britische Erbschaftsteuer fallen. Der Satz beträgt 40 Prozent über dem Freibetrag von 325.000 Pfund.
Für den Überschneidungsfall gibt es ein eigenes Erbschaft- und Schenkungsteuerabkommen zwischen UK und den USA, in Kraft seit dem 11. November 1979. Es folgt dem üblichen Muster: Der Staat des (steuerlichen) Domizils darf alles besteuern, der andere nur bestimmte Vermögenswerte wie Immobilien auf seinem Gebiet; im Übrigen wird angerechnet. Seit dem 6. April 2025 gilt ein Long-term UK resident dabei als in UK domiziliert. Bevor HMRC auf ein Besteuerungsrecht verzichtet, verlangt sie eine Bestätigung der US-Behörden, dass das Vermögen dort erklärt und versteuert ist.
Wer in UK lebt und Einkünfte aus einer US-LLC bezieht, hatte bisher oft ein Anrechnungsproblem. Im Budget 2026 vom 28. Oktober 2026 hat die Regierung angekündigt, einen Mechanismus für die Doppelbesteuerungsentlastung bei Einkünften aus US-LLCs und ähnlichen Gesellschaften zu schaffen, nach dem Plan ab Anfang 2028. Die Gesetzgebung soll in die Finance Bill 2027-28. Stand 2. November 2026 ist das eine Ankündigung, kein geltendes Recht.
Die US-Seite gehört in amerikanische Hände
Wir kümmern uns um die britische Hälfte: Residence, FIG-Regime, britische Pension, ISA, Immobilie und Inheritance Tax. Die US-Erklärung, FBAR, Form 8938, PFIC-Berechnungen und die Frage, ob FEIE oder Foreign Tax Credit, erklärt die Kanzlei Mount Bonnell, unsere Schwester für US-Steuern. Einen Überblick über alle Pflichten von US-Bürgern im Ausland findest du dort unter US-Bürger im Ausland.
Deine Fragen als US-Bürger in UK
Muss ich als US-Bürger in UK eine US-Steuererklärung abgeben?
In aller Regel ja. Die USA besteuern Bürger und Green-Card-Inhaber auf ihr Welteinkommen, auch wenn sie in UK leben. Die Abzugsmöglichkeiten wie FEIE oder Foreign Tax Credit gibt es nur mit Erklärung.
Schützt mich das Doppelbesteuerungsabkommen vor der US-Steuer?
Nur teilweise. Die Saving Clause erlaubt den USA, ihre Bürger zu besteuern, als gäbe es das Abkommen nicht. Bestimmte Regeln, etwa zur Anrechnung, zu Pension Schemes und zur Sozialversicherung, gelten trotzdem.
Ist mein ISA auch in den USA steuerfrei?
Davon solltest du nicht ausgehen. Die Steuerfreiheit ist eine britische Regel, und das Abkommen nennt ISAs nicht. Enthält das ISA Fonds, kommt die PFIC-Frage hinzu.
Muss ich meine britischen Konten in den USA melden?
Ja, sobald alle Auslandskonten zusammen zu irgendeinem Zeitpunkt im Jahr 10.000 US-Dollar übersteigen (FBAR). Ab höheren Schwellen kommt Form 8938 hinzu.
Quellen: GOV.UK: USA tax treaties; GOV.UK: 2001 UK-USA Double Taxation Convention as amended by the 2002 protocol; IRS: U.S. citizens and resident aliens abroad; IRS: U.S. tax residency, green card test; IRS: Figuring the foreign earned income exclusion; IRS: Foreign earned income exclusion; IRS: Foreign tax credit; IRS: Instructions for Form 8621 (PFIC); FinCEN: Report Foreign Bank and Financial Accounts; IRS: Report of Foreign Bank and Financial Accounts (FBAR); IRS: Do I need to file Form 8938; HMRC: HS266 Foreign income and gains (FIG) regime (2026); GOV.UK: Inheritance Tax Double Taxation Relief; HMRC Inheritance Tax Manual IHTM27177 (USA); HM Treasury: Budget 2026