| Stamp Duty auf Anteile | 0,5 % (bei Übertragungsformular erst über £1.000) |
| SDLT auf Gewerbeimmobilien (England, Nordirland) | 0 % bis £150.000, 2 % bis £250.000, 5 % darüber |
| Verkauf einer Tochter durch eine britische Gesellschaft | steuerfrei bei mindestens 10 % für 12 Monate und Handelstätigkeit (SSE) |
| BADR für Privatverkäufer | 18 % bis £1 Mio. Lebensgrenze; laut Budget 2026 ab 6. April 2027 £500.000 |
| Investitionsprüfung (NSI Act) | Pflichtmeldung in 17 Branchen, ohne Freigabe ist der Kauf nichtig |
Share Deal oder Asset Deal
Beim Share Deal kaufst du die Anteile der Gesellschaft. Die Firma bleibt dieselbe, mit allen Verträgen, Mitarbeitern, Genehmigungen und auch allen Risiken aus der Vergangenheit. Beim Asset Deal kaufst du einzelne Wirtschaftsgüter: Maschinen, Kundenstamm, Marke, vielleicht eine Immobilie. Die alte Gesellschaft bleibt beim Verkäufer zurück, samt ihren Altlasten.
Käufer mögen den Asset Deal, weil sie nur das übernehmen, was sie wollen, und die gekauften Werte abschreiben können. Verkäufer mögen den Share Deal, weil der Gewinn aus dem Anteilsverkauf oft steuerlich begünstigt ist. In Großbritannien kommt die Transaktionssteuer als dritter Faktor dazu: Anteile kosten wenig, Grundstücke viel.
Was dein Deal an Transaktionssteuern kostet
Die wichtigsten britischen Abgaben beim Kauf. Die Grunderwerbsteuer gilt in England und Nordirland; Schottland und Wales haben eigene Steuern.
| Share Deal | Asset Deal | |
|---|---|---|
| Stamp Duty / SDRT | 0,5 % auf den Kaufpreis der Anteile; Übertragungsformular binnen 30 Tagen beim Stamp Office, Zahlung binnen 30 Tagen | entfällt, weil keine Anteile übertragen werden |
| SDLT auf Immobilien | keine, die Immobilie bleibt in der Gesellschaft | auf Gewerbeimmobilien 0 % bis £150.000, 2 % bis £250.000, 5 % darüber; auf Wohnimmobilien eigene Sätze |
| VAT | keine auf den Anteilskauf | 20 % auf die Wirtschaftsgüter, außer bei Übertragung eines laufenden Geschäfts (TOGC) |
GOV.UK: Tax when you buy shares; Stamp Duty Land Tax non-residential rates; VAT Notice 700/9 (Stand November 2026)
Stamp Duty, SDLT und die Übertragung eines laufenden Geschäfts
Auf Anteile an einer britischen Gesellschaft zahlt der Käufer 0,5 Prozent Stamp Duty, bei einem papiergebundenen Übertragungsformular aufgerundet auf volle 5 Pfund und erst ab einem Kaufpreis über £1.000. Formular und Zahlung müssen innerhalb von 30 Tagen nach Unterschrift bei HMRC sein. Laut Budget 2026 sollen Stamp Duty und Stamp Duty Reserve Tax auf Anteile ab Ende 2027 durch eine neue Securities Transfer Tax ersetzt werden; das ist angekündigt, noch nicht Gesetz.
Im Asset Deal mit einer Gewerbeimmobilie in England fällt Stamp Duty Land Tax an: nichts bis £150.000, 2 Prozent auf den Teil bis £250.000, 5 Prozent auf alles darüber. Bei einer Immobilie für ein paar Millionen ist das der größte Einzelposten der Nebenkosten. Wie Wohnimmobilien und Firmen zusammenpassen, steht in Immobilie über eine Firma kaufen.
Bei der Umsatzsteuer gibt es im Asset Deal einen Ausweg: Wird ein laufendes Geschäft übertragen und führt der Käufer dieselbe Art von Geschäft weiter, liegt eine Transfer of a Going Concern vor. Dann ist die Übertragung keine Lieferung, und der Verkäufer darf keine VAT berechnen. Die Bedingungen sind streng, und wer sie falsch einschätzt, hat entweder zu viel oder zu wenig Steuer auf der Rechnung.
Der Verkäufer: Gesellschaft oder Privatperson
Verkauft eine britische Gesellschaft die Anteile an ihrer Tochter, ist der Gewinn unter der Substantial Shareholding Exemption steuerfrei, wenn sie mindestens 10 Prozent der Anteile seit mindestens 12 Monaten hält und die Tochter ein Handelsunternehmen ist. Das ist einer der Gründe für eine britische Holding. Wurden innerhalb der Gruppe vorher Wirtschaftsgüter steuerneutral in die Tochter verschoben, droht beim Verkauf eine nachträgliche Besteuerung, die Degrouping Charge. Seit 2011 wird sie bei einem Anteilsverkauf dem Veräußerungserlös der Anteile zugeschlagen; greift die SSE, ist auch dieser Teil befreit.
Verkaufst du als Privatperson mit Wohnsitz in UK, zahlst du Capital Gains Tax, 18 oder 24 Prozent je nach Einkommen. Mit der Business Asset Disposal Relief gilt 18 Prozent auf Gewinne bis zur Lebensgrenze von £1 Million, wenn du mindestens 5 Prozent hältst und seit mindestens zwei Jahren dort angestellt oder Direktor bist. Laut Budget 2026 sinkt die Grenze ab dem 6. April 2027 auf £500.000; im Gegenzug ist ab demselben Tag eine neue Founders' Relief mit 10 Prozent auf bis zu £10 Millionen für Gründer wachstumsstarker Firmen angekündigt. Beides ist noch nicht Gesetz.
Wenn du als Verkäufer in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lebst
Wohnst du nicht in UK, besteuert Großbritannien den Gewinn aus dem Verkauf von Anteilen in der Regel nicht; die Ausnahme sind Immobilien in UK und unter Umständen Anteile an Gesellschaften, deren Wert überwiegend aus solchen Immobilien besteht. Versteuert wird zu Hause.
Verkauft eine deutsche GmbH ihre britische Tochter, ist der Gewinn nach § 8b KStG im Ergebnis zu 95 Prozent steuerfrei, weil 5 Prozent als nicht abziehbare Ausgaben gelten. Eine österreichische Kapitalgesellschaft mit einer internationalen Schachtelbeteiligung (mindestens 10 Prozent, mindestens ein Jahr) lässt den Veräußerungsgewinn außer Ansatz, wenn sie nicht zur Steuerwirksamkeit optiert hat. Eine Schweizer Kapitalgesellschaft bekommt den Beteiligungsabzug auf den Gewinn, wenn sie mindestens 10 Prozent mindestens ein Jahr gehalten hat. Für Privatpersonen gelten in allen drei Ländern eigene Regeln, die wir im Einzelfall rechnen.
Nach dem National Security and Investment Act muss der Käufer den Erwerb einer Gesellschaft in 17 sensiblen Bereichen vorher bei der Regierung anmelden und freigeben lassen, etwa bei künstlicher Intelligenz, Kommunikation, Dateninfrastruktur, Verteidigung, Energie, Verkehr oder Quantentechnik. Auslöser ist unter anderem, dass der Anteil oder die Stimmrechte über 25 Prozent steigen. Wer ohne Freigabe vollzieht, hat einen nichtigen Kauf und riskiert zivil- und strafrechtliche Sanktionen. Die Pflichtmeldung gilt für den Kauf von Gesellschaften, nicht von einzelnen Wirtschaftsgütern; die Regierung kann aber auch solche Käufe prüfen.
Due Diligence: was du als Käufer in UK prüfen lässt
Recht und Verträge prüfen Anwälte, Zahlen und Steuern Wirtschaftsprüfer. Wir übersetzen die Ergebnisse für deine Entscheidung.
- 1
Gesellschaftsrecht
Register bei Companies House, Anteilsbuch, wirtschaftlich Berechtigte, Satzung, Beschlüsse der letzten Jahre.
- 2
Steuern
Körperschaftsteuer, VAT, Lohnsteuer und National Insurance der letzten Jahre, laufende Prüfungen durch HMRC, Gesellschafterdarlehen, frühere Umstrukturierungen in der Gruppe.
- 3
Verträge und Mitarbeiter
Kundenverträge mit Kontrollwechselklauseln, Arbeitsverträge, Beteiligungsprogramme, Pensionen.
- 4
Absicherung im Vertrag
Garantien und Freistellungen des Verkäufers, gegebenenfalls eine Versicherung dafür. Wie weit sie reichen, verhandeln die Anwälte beider Seiten.
Häufige Fragen zum Unternehmenskauf in UK
Wer zahlt die Stamp Duty beim Anteilskauf?
Der Käufer. Sie beträgt 0,5 Prozent des Kaufpreises und ist innerhalb von 30 Tagen nach Unterschrift des Übertragungsformulars fällig.
Muss ich als Käufer aus Deutschland etwas bei der britischen Regierung anmelden?
Nur, wenn die Zielgesellschaft in einem der 17 sensiblen Bereiche tätig ist und die Schwellen erreicht sind, etwa mehr als 25 Prozent. Dann ist die Anmeldung Pflicht, unabhängig davon, woher der Käufer kommt.
Zahle ich in UK Steuer, wenn ich als Deutscher meine britische Limited verkaufe?
In der Regel nicht, solange die Limited kein Immobilienunternehmen ist. Der Gewinn wird in Deutschland versteuert.
Ist ein Asset Deal mit Immobilie immer teurer?
Bei der Grunderwerbsteuer meistens, weil im Share Deal keine SDLT anfällt. Der Käufer bekommt dafür neue Abschreibungsgrundlagen und lässt die Altlasten beim Verkäufer. Was überwiegt, rechnen wir für den konkreten Fall.
Quellen: GOV.UK: Tax when you buy shares; GOV.UK: Stamp Duty Land Tax, non-residential and mixed-use rates; HMRC: Transfer a business as a going concern (VAT Notice 700/9); HMRC Capital Gains Manual CG45400 und CG45420 (Degrouping Charge); GOV.UK: National Security and Investment Act, guidance on acquisitions; GOV.UK: Business Asset Disposal Relief; GOV.UK: Budget 2026 document; gesetze-im-internet.de: § 8b KStG; Fedlex: Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer, Art. 70