| Abkommen | Abgeschlossen 8. Dezember 1977, in Kraft seit 7. Oktober 1978 |
| Letztes Protokoll | 30. November 2017, in Kraft seit 19. Juli 2019, wirksam ab 2020 |
| Dividenden | Quellenstaat höchstens 15 %, Gesellschaften ab 10 % und Vorsorgeeinrichtungen 0 % |
| Verrechnungssteuer | 35 %, Rückerstattung für UK-Ansässige mit Formular 86 |
| Kapitalleistungen | Nur im Staat der Vorsorgeeinrichtung |
| Erbschaften | Eigenes Abkommen von 1993 |
| Stand | November 2026 |
Das Abkommen von 1977 und seine fünf Protokolle
Das Einkommensteuerabkommen wurde am 8. Dezember 1977 abgeschlossen und ist am 7. Oktober 1978 in Kraft getreten (SR 0.672.936.712). Geändert wurde es durch Protokolle vom 5. März 1981, 17. Dezember 1993, 26. Juni 2007, 7. September 2009 und 30. November 2017.
Das jüngste Protokoll vom 30. November 2017 ist durch Notenaustausch am 19. Juli 2019 in Kraft getreten. Für Quellensteuern gilt es seit 1. Januar 2020, in UK für Einkommen- und Kapitalgewinnsteuer seit 6. April 2020. Es hat unter anderem Artikel 27A eingefügt: Abkommensvorteile gibt es nicht, wenn sie einer der Hauptzwecke einer Gestaltung waren.
Zuständig für Fragen zur Anwendung ist das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen SIF, für die Rückerstattung der Verrechnungssteuer die ESTV.
Ansässigkeit: Schweiz oder UK?
Wer nach beiden Rechten ansässig ist, wird nach Artikel 4 Absatz 2 einem Staat zugeordnet: zuerst nach der ständigen Wohnstätte, dann nach dem Mittelpunkt der Lebensinteressen, dann nach dem gewöhnlichen Aufenthalt, dann nach der Staatsangehörigkeit. Auf britischer Seite entscheidet der Statutory Residence Test über die Ansässigkeit; Details in UK-Steuerpflicht und Residence Test.
Ein Antrag auf das 4-Jahres-FIG-Regime ändert die Ansässigkeit nach dem Abkommen nicht. Wer seine Wohnung in der Schweiz behält, sollte die Zuordnung deshalb vor dem Umzug klären.
Wer besteuert was: deine Einkünfte im Überblick
Höchstsätze des Quellenstaats nach dem Abkommen. Nationale Sätze sind oft höher; den Überhang holst du im Quellenstaat zurück.
| Einkunft | Artikel | Regel |
|---|---|---|
| Erträge aus Liegenschaften | 6 | Dürfen im Belegenheitsstaat besteuert werden |
| Dividenden allgemein | 10 | Quellenstaat höchstens 15 % |
| Dividenden an Gesellschaften mit mindestens 10 % Kapital, an Vorsorgeeinrichtungen | 10 | Im Quellenstaat steuerfrei |
| Zinsen | 11 | Nur Wohnsitzstaat |
| Gewinne aus Liegenschaften und Immobiliengesellschaften | 13 | Auch im Belegenheitsstaat |
| Übrige Gewinne | 13 | Wohnsitzstaat; Vorbehalt für frühere UK-Ansässige |
| Arbeitslohn | 15 | Tätigkeitsstaat, außer bei der 183-Tage-Regel |
| Renten | 18 | Nur Wohnsitzstaat |
| Kapitalleistungen aus Vorsorgeeinrichtungen | 18 | Nur Staat der Vorsorgeeinrichtung |
| Pensionen aus öffentlichem Dienst | 19 | Zahlender Staat, außer bei Ansässigkeit und Staatsangehörigkeit im anderen Staat |
DBA Schweiz/UK 1977 in der Fassung von 2017 (konsolidierter Text auf GOV.UK)
Deine Arbeit, deine Rente und die 2. Säule
Arbeitslohn wird dort besteuert, wo du arbeitest. Die Schweiz behält ihn bei Einsätzen in UK nur, wenn du höchstens 183 Tage im betreffenden Steuerjahr in UK bist, dein Arbeitgeber nicht in UK ansässig ist und keine britische Betriebsstätte den Lohn trägt. Anders als im deutschen und österreichischen Abkommen zählt hier das Steuerjahr des Tätigkeitsstaats, in UK also das Jahr ab 6. April, und nicht ein gleitender Zwölfmonatszeitraum.
Renten besteuert nur der Wohnsitzstaat. Ziehst du mit einer Schweizer Rente nach UK, besteuert UK. Entsprechend nimmt die Schweiz auf Renten an Empfänger im Ausland in der Regel keinen Quellensteuerabzug vor, wenn ein Abkommen das Besteuerungsrecht dem Wohnsitzstaat zuweist.
Ganz anders der Kapitalbezug: Eine Kapitalleistung aus einer Schweizer Vorsorgeeinrichtung besteuert nach Artikel 18 Absatz 2 nur die Schweiz, auch wenn du in UK wohnst. Die Schweiz zieht dafür Quellensteuer nach kantonalem Tarif ab, und die Sätze unterscheiden sich stark: 2026 zum Beispiel 6 Prozent in Zürich und 2,5 Prozent in Schwyz für Alleinstehende, dazu der progressive Bundestarif von 0,00 bis 2,30 Prozent. Das Abkommen definiert eine Vorsorgeeinrichtung als Einrichtung, die Altersleistungen aus der Erwerbstätigkeit sichert. Ob dein 3a-Konto im Einzelfall darunter fällt, lass vor dem Bezug prüfen.
Pensionen aus dem öffentlichen Dienst besteuert der zahlende Staat, außer du bist im anderen Staat ansässig und dessen Staatsangehöriger. Wie du Vorsorge und Depot beim Umzug mitnimmst, steht in Rente und Depot nach UK.
Deine Dividenden, Verrechnungssteuer, Zinsen und Liegenschaften
Die Schweiz erhebt 35 Prozent Verrechnungssteuer auf Kapitalerträgen. Für Empfänger im Ausland ist sie grundsätzlich endgültig, außer ein Abkommen sieht eine Rückerstattung vor. Das tut das DBA mit UK: Auf Dividenden darf die Schweiz höchstens 15 Prozent behalten, Zinsen besteuert nur der Wohnsitzstaat. Wohnst du in UK, forderst du den Überhang mit dem Formular 86 bei der ESTV zurück. Gesellschaften mit mindestens 10 Prozent am Kapital und Vorsorgeeinrichtungen sind im Quellenstaat ganz befreit.
In die andere Richtung ist es einfach: Dividenden britischer Gesellschaften unterliegen nach britischem Recht keiner Quellensteuer. Ausnahme sind REIT-Ausschüttungen aus Immobiliengewinnen mit 20 Prozent britischer Quellensteuer, die du als Schweizer Ansässiger über das Abkommen reduzieren kannst.
Liegenschaften besteuert der Staat, in dem sie liegen, bei Erträgen wie beim Verkauf, und dasselbe gilt für Anteile an Gesellschaften, deren Vermögen hauptsächlich aus dortigen Liegenschaften besteht. Übrige Gewinne besteuert der Wohnsitzstaat. Mit einem Vorbehalt: UK darf nach Artikel 13 Absatz 6 Gewinne nach britischem Recht besteuern, wenn die Person in den vorangegangenen sechs Steuerjahren in UK ansässig war. Wer aus London in die Schweiz zurückkehrt, plant größere Verkäufe deshalb mit.
Befreiung in der Schweiz, Anrechnung in UK
Wohnst du in der Schweiz und hast Einkünfte, die UK nach dem Abkommen besteuern darf, stellt die Schweiz sie frei, behält sie aber für den Steuersatz auf dein übriges Einkommen im Blick. Für britische Dividenden gibt es eine eigene Entlastung auf Antrag. Seit dem Protokoll von 2017 gilt die Befreiung nicht, wenn UK die Einkünfte nach dem Abkommen selbst freistellt; dann besteuert die Schweiz.
UK arbeitet mit Anrechnung. Wohnst du in UK, wird die Schweizer Steuer, die nach dem Abkommen erhoben werden durfte, auf die britische Steuer auf dieselben Einkünfte angerechnet.
Wird Schweizer Einkommen in der Schweiz entlastet und besteuert UK es nur, soweit es nach UK überwiesen wird, dann gilt die Schweizer Entlastung nur für den überwiesenen Teil. Diese Remittance Basis hat UK am 6. April 2025 durch das 4-Jahres-FIG-Regime ersetzt, das ausländische Einkünfte auf Antrag ganz freistellt. Wie die ESTV Rückerstattungen behandelt, wenn du Schweizer Erträge in UK über das FIG-Regime freistellst, regelt der Wortlaut nicht ausdrücklich. Kläre das vor dem Antrag.
Dein Erbe: das Abkommen von 1993
Anders als Deutschland und Österreich hat die Schweiz mit UK ein eigenes Abkommen über Nachlass- und Erbschaftssteuern. Es wurde am 17. Dezember 1993 abgeschlossen und ist im März 1995 in Kraft getreten; die ESTV nennt den 6. März 1995, HMRC den 7. März 1995. Es hat das Abkommen von 1956 abgelöst, das in gewissen Fällen weiter angewendet wird.
Das Prinzip: Der Staat, in dem der Verstorbene sein Domizil hatte, darf das gesamte Vermögen besteuern, der andere nur bestimmte Vermögenswerte wie dort gelegene Liegenschaften. Wichtig für Schweizer mit langer Zeit in UK: Seit dem 6. April 2025 gilt als in UK domiziliert, wer langfristig in UK ansässig war. Was die neue britische Regel bedeutet, erklären wir in UK-Erbschaftsteuer.
Deine AHV und National Insurance
Für die Sozialversicherung gilt die Convention on Social Security Coordination zwischen UK und der Schweiz. Sie wird seit 1. November 2021 vorläufig angewendet und ist seit 1. Oktober 2023 voll in Kraft. Du zahlst immer nur in ein System, normalerweise dort, wo du arbeitest.
Schickt dich dein Schweizer Arbeitgeber vorübergehend nach UK, bleibst du bis zu zwei Jahre in der Schweizer Sozialversicherung, belegt durch eine Entsendebescheinigung, in UK PDA1 genannt. Dein britischer Arbeitgeber darf sie als Nachweis akzeptieren, dass für ihre Laufzeit keine National Insurance anfällt.
Deine Fragen zum DBA Schweiz
Wird mein Kapitalbezug aus der Pensionskasse in UK besteuert, wenn ich dort wohne?
Nein. Kapitalleistungen aus einer Schweizer Vorsorgeeinrichtung darf nach dem Abkommen nur die Schweiz besteuern. Sie erhebt Quellensteuer nach kantonalem Tarif.
Bekomme ich die Verrechnungssteuer zurück, wenn ich in UK wohne?
Ja, teilweise oder ganz. Auf Dividenden bleiben der Schweiz höchstens 15 Prozent, Zinsen besteuert nur UK. Den Überhang forderst du mit Formular 86 bei der ESTV zurück.
Behält UK Quellensteuer auf britische Dividenden ein?
Nein, nach britischem Recht nicht. Ausnahme sind Ausschüttungen britischer REITs aus Immobiliengewinnen mit 20 Prozent.
Gibt es ein Erbschaftssteuerabkommen zwischen der Schweiz und UK?
Ja, das Abkommen vom 17. Dezember 1993, in Kraft seit März 1995. Es teilt das Besteuerungsrecht nach dem Domizil des Verstorbenen auf.
Welches Protokoll ist das aktuelle?
Das Protokoll vom 30. November 2017, in Kraft seit 19. Juli 2019 und wirksam ab 2020.
Quellen: ESTV: Vereinigtes Königreich (Abkommen, Protokolle, Formulare); SIF: Übersicht über die Auswirkungen des Abkommens, Vereinigtes Königreich; GOV.UK: Switzerland: tax treaties; GOV.UK: 1977 UK-Switzerland Convention as amended by the 2017 protocol (konsolidierter Text); GOV.UK: 2017 UK-Switzerland protocol; ESTV: Verrechnungssteuer; ESTV: Quellensteuertarife für Vorsorgeleistungen ab 1.1.2026; GOV.UK: Inheritance Tax: Double Taxation Relief; GOV.UK: UK/Switzerland Convention on Social Security Coordination; GOV.UK: Social security contributions for workers coming to the UK from the EU, EEA or Switzerland; HMRC RFIG43000: Effects of claim